Montag, 24. August 2015

Immense Arbeitslosigkeit und schwaches Wirtschaftswachstum

Bereits 639923 Ausländer in Beschäftigung:


Eine interessante Entwicklung ist jene der Beschäftigten Ausländer in Österreich mit Juli 2015.
Diese beträgt 639.923.
Da der Durchschnitt des Jahres 2014 nur 588.727 Personen betrug, haben wir mit Juli 2015 ein Wachstum von 8,69% bei der Ausländer-Beschäftigung in Österreich.

Die 639.923 beschäftigten Ausländer in Österreich kommen zum Großteil aus der EU selbst (372.593),
214.743 sind aus europäischen Ländern (ohne EU-Mitgliedschaft), 28.436 Personen aus Asien,
9.118 aus Afrika, 7821 mit unbekannter Staatsbürgerschaft, 6.691 aus Amerika und 521 aus Australien und Ozeanien.





Der innereuropäische Vergleich zeigt, dass zu den 5 größten Ausländergruppen welche
noch wachsen folgende Länder zählen:

Deutschland 92.193 (Vorjahr 89.608)
Ungarn 75.690 (Vorjahr 65.174)
Türkei 54.959 (Vorjahr 54.634)
Bosnien-Herzegowina 41.060 (Vorjahr 37.403)
Rumänien 41.006 (Vorjahr 32.713)



Beschäftigte aus dem ehemaligen Jugoslawien sind mit 69.005 (Vorjahr 71.564) in Österreich hingegen nicht mehr so stark vertreten wie noch 2014.





Kamen im Jahr 2014 nur 211.807 aus den "neuen EU-Staaten" (Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Zypern und ehemalige Tschechoslowakei) sind es seit heuer bereits 248.212.

Mit der Ausnahme der Ukraine (+25%), war der höchste prozentuale Anstieg zum Vorjahr an EU-ausländischen Arbeitnehmern in Österreich vor allem aus den neuen EU-Staaten (Bulgarien +27,19% und Rumänien +25,35%) geschehen.

3398 beschäftigte Ausländer aus dem Kosovo tauchen erstmals mit Juli 2015 auf, hier liegen aber keine Daten für 2014 vor.

Denkbar ist, dass der bekanntermaßen hohe Lohnunterschied zwischen EU-Mitgliedstaaten vor dem Jahre 2004 und den neuen Mitgliedsstaaten, zum Arbeiten in Österreich motiviert hat.





Bruttoinlandsprodukt(BIP)-Wachstum zu niedrig



Problematischer ist aber jedenfalls die Relation Österreichs BIP-Wachstum in Relation zur Bevölkerungszuwachsrate.
Mit 78.037 Menschen hatten wir im Jahr 2015 den höchsten Bevölkerungszuwachs in den letzten 10 Jahren.


Inwieweit, dies auf Geburten oder Zuwanderungsrate erfolgt, habe ich jetzt nicht recherchiert.

Im Jahr 2014 lag der Bevölkerungszuwachs zum Vorjahr bei 55.029.



Wenn es mit den Krisen rund um Europa (Ukraine-Krise, Flüchtlingsansturm aus allen Ländern) so weitergeht, wie bisher wäre es denkbar, dass
der Bevölkerungsanstieg schon 2016 rund 150.000 Menschen in Österreich beträgt, also +1,74%.


Gut möglich, dass also trotz eines BIP-Wachstums von 1,6% mit Jahr 2016, dieses nicht mehr das Bevölkerungswachstum in Österreich kompensieren kann.
Das Institut IHS sieht für die Jahre 2015 bis 2019 einen durchschnittlichen BIP-Zuwachs von 1,8% vor.



Im Jahr 2014 lag das Wachstum des BIP bei nur 0,34%, die Bevölkerungswachstumsrate +0,65%.

Wenn das prozentuale BIP-Wachstum geringer als das prozentuale Bevölkerungswachstum ist, bedeutet es, dass nicht mehr ausreichend Arbeitsplätze für junge Generation von Österreichern geschaffen werden können.




Rekordarbeitslosigkeit 2015:


Die Arbeitslosigkeit beträgt im Juli 2015 376.522 Personen, das sind 8,1%.
Im Vorjahr waren es lediglich 7,4%.

Der Sozialminister Hundstorfer antwortete hierauf wie folgt:

Als Gründe für die auch im Sommer weiter steigende Arbeitslosigkeit nennt Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) das anhaltend schwache Wirtschaftswachstum in Kombination mit wachsendem Arbeitskräfteangebot. "Die Konjunktur bleibt nach wie vor zu schwach, um allen rund 60.000 Arbeitskräften, die gegenwärtig auf dem österreichischen Arbeitsmarkt zusätzlich auftreten, einen Arbeitsplatz zu bieten."

Wer sind also die Schuldigen dafür, dass selbst im Sommer 25.209 Personen in Österreicher keiner Arbeit nachgehen können?
Die Schuldigen werden Sie antworten sind doch die Arbeitnehmer selbst natürlich.

Diese Antwort wäre aber zynisch und viel zu einfach hingestellt.
Es funktioniert ja nicht so, dass sie in Österreich einfach wo anklopfen und um einen Job fragen und diesen dann auch kriegen.
Selbst nach Bewerbungsgesprächen gibt es keinen Garant schlussendlich als Sieger vom Platz zu gehen, wie ich von einigen Arbeitslosen erfahren durfte.


So wie ich das sehe, spielen bei der Schaffung der Rekord-Arbeitslosigkeit in Österreich viele Personen eine tragende Rolle, nicht allein nur die Arbeitnehmer(welche hoffentlich wirklich Arbeit annehmen möchten).



Österreich hat bekanntlich eine Schattenregierung welche einen gewichtigen Teil bei arbeitsmarktpolitischen Fragen (etwa einer Einführung eines 6.Urlaubswoche bzw. Anhebung des Pensionsalters) mitreden.

Hier wäre also nur einmal ein Auszug (ohne Gewichtung):
Sozialpartner (Arbeiterkammer, Gewerkschaft, Wirtschaftskammer, Landwirtschaftskammer), Arbeitgeber,
Groß -Banken und -Versicherungen und natürlich die Aktivitäten der Bundesregierung sowie Landesregierungen persönlich.

Keine der Verantwortlichen trägt alleine Schuld an der Rekord-Arbeitslosigkeit, aber die immense parasitäre Symbiose welche zwischen der Wirtschaft (Lohndumping bis zum geht nicht mehr) und dem Staat (Zuwanderung zum Ausgleich geburtenschwacher Jahrgänge) in Österreich existiert, lässt die Beantwortung dieser Frage auf genau 2 große Schuldige reduzieren:

Wirtschaft und Staat gleichermaßen!



Quellen:

Rekord-Arbeitslosigkeit:
"Arbeitslosigkeit stieg im Juli um 7,2 Prozent - 376.522 ohne Job ", format.at, 03.08.2015



Beschäftigung:
Statistische Daten aus der Sozialversicherung - Beschäftigte in Österreich - Juli 2015 (891.5 KB) , TAB29
Statistische Daten aus der Sozialversicherung - Beschäftigte in Österreich - Jahresdurchschnitt 2014 (824.0 KB)



Bevölkerungswachstum:
Bevölkerung am 1. Januar, ec.europa.eu



BIP:
IHS sieht fette Jahre in weiter Ferne, derstandard.at, 22.07.2015



"Österreich: Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2004 bis 2015 (gegenüber dem Vorjahr)", de.statista.com,



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