#nichtalleineinenTopfwerfen Teil 2
Wo Muzicant tatsächlich recht hat, und wo nicht.
Der Abschluss-Teil der Reihe:
Kurz möchte ich noch zu einzelnen Aussagen von Teil 1 selbst-replizieren:
"Auch möchte in an dieser Stelle hinweisen, dass ich es vehement ablehne, wie in Medien in Österreich und Deutschland angesichts der Ereignisse um Israel und Palästina (vorwiegend betreffend Israel und der Hamas im Gazastreifen), von einem"Antisemtismus" in Österreich/Deutschland zu sprechen. "
Glücklicherweise hat das internationale Simon Wiesenthal Zentrum sich klarer positioniert als die heimischen vor man muss fast sagen "Geilheit", dass A.-Wort und das H.-Wort benutzen zu dürfen, völlig ungehemmt drauf losgeworfen haben.
Zugegeben, das Problem gab es nicht nur im österreichischen sondern auch bundesdeutschen Fernsehen.
Die israelisische "Jerusalem Post" und das Wiesenthal Center haben am 9.November des Vorjahres im Zusammenhang mit den Konflikt bei Gaza und Israel kalmierend darauf hingewiesen dass eine korrekte Wahl der Worte und Vergleiche notwendig sei:
"Israel should look to Pearl Harbor and 9/11 precedents as it responds to Oct. 7 - Read JPost op-ed by Dr. Efraim Zuroff -"
"Israel sollte sich bei seiner Reaktion auf den 7. Oktober an den Präzedenzfällen Pearl Harbor und 9/11 orientieren" - Dr. Efraim Zuroff auf Jeruselm Post
"Jedenfalls zurückkommend zum Themen-Titel:
Der ehemalige Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Ariel Muzicant hat vor 5 Jahren einen Beitrag geschrieben unter dem Titel "Jegliche Koalition mit der FPÖ ist zu unterlassen". Nun mögen seine Gründe aufgrund vergangener Auseinandersetzungen mit Jörg Haider und anderen Mitgliedern(Ex-Mitgliedern) und Politikern der blauen Parlamentsfraktion (und oder in den Bundesländern) seinen Anteil beigetragen haben, dass er hier politische Statements in Zeitungen veröffentlichen lässt."
Mir ist erst kürzlich bekannt geworden, dass der ehemalige Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, zwischen 1999 und 2000 seltsamerweise keine Warnung in den Medien verbreiten liese, dass eine Koalition mit der FPÖ abzulehnen sei.
Als welche Person er aber das Interview mit der Presse im Jahr 2017 gab ist mir rätselhaft.
Allerdings ist mir wo ich den Wikipedia Artikel zu Dr. Muzicant lese aufgefallen, dass er Mitglied in der SPÖ sei.
Ein politisches Aufreten bei Medien ist demnach nicht gänzlich auszuschließen.
"Jedoch weiße ich dennoch vehement daraufhin, dass auch wenn dem IKG und Muzicant die Namen sämtlicher oder viele Burschenschafter durchaus ein Begriff sind, wir in Zeiten des Datenschutzes und einer Datenschutzgrundverordnung so etwas in Österreich nicht machen dürfen."
Ich kenne übrigens nicht einen einzigen aktiven Burschenschafter auf der Welt, persönlich.
"Um dass "nicht vergessen", kümmern sich ohnehin andere bereits. Jedoch möchte ich klar sagen, dass man niemals alle Personen, ob nun FPÖ, Burschenschafter oder andere Vorfeldorganisationen, nahestehende Organisationen, alle Menschen in einen Topf zu werfen sind."
Dazu stehe ich auch weiterhin. Einzelfälle sind einzeln, also von Fall zur Fall zu prüfen.
Und natürlich hat auch die FPÖ eine Verpflichtung wenn sich unrechtmäßigkeiten ergeben oder autoritäre Strukturen in der Gesellschaft aufgezeigt werden müssten, die gottverdammte Verpflichtung dazu aktiv zu werden und sich diesen entgegenzustellen.
Zu folgenden Aussagen des Presse -Artikels mit Dr. Muzicant möchte ich noch Bezug nehmen:
(Original-Passagen von Herrn Muzicant sind zwecks Lesbarkeit in türkis gefärbt)
"Nachdem Heinz-Christian Strache Vizekanzler geworden war, dämmerte es auch ihm, dass mit diesen „braunen Rülpsern“ Schluss sein muss. Viele glaubten ihm, dass es ihm mit seiner Rede beim WKR-Ball 2018 ernst war, den Antisemitismus in der FPÖ zu beseitigen. Nur Strache hatte weder die Kraft noch die Macht, den Kern seiner Funktionäre auszuwechseln oder gar zu überzeugen. Das sieht man sehr gut an dem obskuren Resultat seiner sogenannten Historikerkommission. Weder haben die Burschenschaften ihre Archive geöffnet, noch haben führende Burschenschafter in der FPÖ in diese Richtung Druck gemacht. Es ist eher umgekehrt – schaut man sich das Personal der FPÖ an, erkennt man sehr rasch, dass eine erschreckend große Zahl an Burschenschaftern in den verschiedensten Ministerien und Institutionen des Staates tätig wurden:
"
"Vergangene Woche waren es das Heeresgeschichtliche Museum und Frau Ursula Stenzel. Wer ist diese Woche dran? Weit über hundert „Einzelfälle" zählen wir seit der Nationalratswahl 2017 an antisemitischen, rechtsextremen oder nationalsozialistischen Aussagen und Zwischenfällen aus der FPÖ und ihrem näheren und weiteren Umfeld. Als Jörg Haider 2005 erkannte, dass mit dem rechtsextremen Gedankengut kein Staat zu machen ist, führte er die Abspaltung des BZÖ durch. Fast alle „Kellernazis“, Burschenschafter und Rechtsextreme blieben bei der FPÖ. Diese stellen seither den harten Kern der Funktionäre und führenden Politiker dieser Partei.
"
Abgesehen von der Historikerkommission die meiner Meinung nach (bedingt auch, dass viele Personen vermutlich gar nicht aktiv in jener sich einbringen wollten) recht passabele Arbeit geleistet hat, ist zu sagen dass es sich hier nicht um ein Problem der FPÖ an sich handelt.
Jörg Haiders Übernahme der FPÖ im Jahr 1986 hat frische Köpfe in die Partei gebracht und Quereinsteiger, jedoch waren nicht alle dieser auch verlässliche Verantwortungsträger oder gewissen Herausforderungen nicht gewachsen.
Die "Burschenschafter" dürften noch am ehesten, da auch Haider aus einer solche kam, und zeitweilig Michael Häupl (späterer SPÖ-Bürgermeister) das vielversprechendere Reservoir an Mitgliedern stellen und daher auch der Anteil in der Freiheitlichen Partei an Mitgliedern der dominierende part sein.
"Es stellt sich die Frage: Was sind „Kellernazis“, und warum ist dieses Netzwerk so gefährlich? Als 1992 das Verbotsgesetz geändert und das Strafausmaß reduziert wurde, haben die Gerichte in einem wesentlich größeren Umfang begonnen, Verstöße gegen das Verbotsgesetz zu ahnden."
Wenn dies wirklich so der Fall ist, dass das Verbotsgesetz hier geändert wurde mit reduziertem Strafausmaß, ist die Frage wieso eine SPÖ-ÖVP Koalition auf so eine Idee käme, wo dorch höhere Strafen abschreckender wir
"Aus der leidvollen Geschichte des Judentums habe ich für all das kein Verständnis. Kickl, Vilimsky & Co. verstehen es, mit der Sprache zu hetzen, zu verunglimpfen und die Gesellschaft zu spalten – das hat am Ende immer zu Gewalt, Leid oder sogar Krieg geführt, und wir Juden waren oft die Opfer. Egal, gegen wen es geht, ob es gegen Juden und heute vorwiegend Muslime und Ausländer geht, man kann und darf nicht wegschauen. Eine Kostprobe haben uns die vergangenen 17 Regierungsmonate geliefert. Wenn Politik vor Recht gehen soll, wenn Menschen „konzentriert“ werden, wenn der Überwachungsstaat ausufert und das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) mutwillig zerstört wird, wenn eine Mitarbeiterin des BVT, die sich mit dem Rechtsextremismus beschäftigt, unter Druck gesetzt wir, wenn man damit liebäugelt, Zeitungen zu kaufen (Strache und Gudenus), dann werden viele rote Linien überschritten."
Es war um kurz zu Ibiza zurückzukommen, viel mehr
der Umstand, dass da zwei politische Vertreter, einer davon ein Vize-Bürgermeister sich mit einer vermeintlichen "Oligarchen-Nichte" auf einen Tisch setzen und darüber lamentieren, was für "Geschäfte" möglich wären, wenn die "Oligarchen-Nichte" die Zeitung für "Strache" und "Gudenus" kaufen würde.
Das Gönnerhafte einer vermeintlichen Nichte eines Oligarchen, mit russischem Hintergrund, ist was den negativen Beigeschmack für viele Österreicher bewirkt hat.
Denn die Inszenierung an sich in den wenigen Filmminuten die ausgestrahlt wurden war perfekt.
Die Auswirkungen auf die Koalition auch.
Aber hätte man hier "nur" die Übernahme der Kronen Zeitung mit österreichischen Investoren besprochen, wäre vermutlich kein Skandal weit und breit zu sehen gewesen.
Das Problem ist, dass man hier Deals am selben Abend besprach wie Trinkwasser, Glücksspielkonzerne oder Baugewerbe.
Ein explosive Kombination, wenn man die Ausschnitte ohne Gesamt-Kontext (geplante Video-Falle) betrachtet.
"Erschreckend ist aber, dass nach alledem Sebastian Kurz, Hans Peter Doskozil und Klaus Luger eine neuerliche Koalition mit der FPÖ nicht ausschließen wollen bzw. Landeshauptmann Thomas Stelzer diese fortführt. Es ist wohl nicht zu ändern, dass fast eine Million Österreicher trotz dieses Wissens um die Nähe vieler FPÖ-Funktionäre zum nationalsozialistischen Gedankengut, Antisemitismus und Deutsch-Nationalismus diese Partei wählen. Es ist die Enttabuisierung in Österreich seit Kreisky und Haider wohl so weit, dass man diese politische Gesinnung als Kavaliersdelikt ansieht. Aber jene Parteien, die seit 1945 die Zweite Republik mitbegründet haben, sollten verantwortungsvoller sein und nicht die Augen verschließen vor der „braunen Gefahr“.
Wenn es also in Bund, Ländern oder Gemeinden um die Mehrheit bzw. um die Macht geht, sollten ÖVP und SPÖ zum Wohl des Landes und der Zukunft unserer Kinder ihre Differenzen zurückstellen und jegliche Koalition mit den „Kellernazis“ unterlassen!"
Hört, hört, gerade die letzten 3 Zeilen könnte man bedenkenlos jede Woche in jeder auflagenstarken Tageszeitung der Republik Österreich abdrucken lassen und es würde garantiert seine Wirkung nicht verfehlen.
Die ewige Angst um das Widerkommen der Nazi-Zombies ist sicher inzwischen so populär in der Innenpolitik, wie einst das Kinderspiel "Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann"(welches bestimmt aus politisch-korrekten Gründen nicht mal so genannt werden darf).
Die "braune Gefahr" mal zur Seite geschoben, denke ich nicht dass ein SPÖ-Mitglied dazu befugt ist bestimmen zu dürfen wie Millionen an Wähler in Österreich zu wählen haben.
Insofern es nicht eine Stichwahl oder Bundespräsidentenwahl ist wo eine Person wählbar ist, wählen wir immer noch Listen und wer sich da am Ende des Wahlabends durchsetzt ist auch von ganz anderen Faktoren abhängig als die Stimmenanzahl, etwa auch die Anzahl der Vorzugsstimmen oder dem D'Hondschen Verfahren.
Sie können warnen, machen Sie dass, aber wenn man zu oft "Achtung vor dem Wolf" schreit, wird dann wenn der echte Wolf kommt, keiner mehr die Gefahr mehr ernst nehmen...
Unglücklicherweise!
Weil ich bin ein Mensch dem Ehrlichkeit sehr wichtig ist, dass bedeutet auch Menschen zu glauben wenn sie es ehrlich meinen.
Daher würde ich den Bogen nicht überspannen, nur aus parteipolitischen Befindlichkeiten!
Es ist wirklich schade, dass ich nur einen so negativistischen Artikel von Dr. Muzicant hier thematisieren konnte.
Denn es gibt sie sehr wohl die vielen Vernunftorientieren, wo selbst bei allen politischen Differenzen ihm voll und ganz zuzustimmen ist.
Z.b. dieser hier:
Quellen:
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