Dienstag, 22. Mai 2018

Auch BND hatte Kenntnis über Nowitschok


Ein indirekter Nachtrag zum Thema vom März bezüglich des Attentats auf Doppelagents Skripal

Wie die deutsche Zeit Online berichtete ist der Nervengift "Nowitschok" in den 90er Jahren in Besitz des BND (Bundesnachrichtendienst) gekommen.
Ein Informant bei dem es sich angeblich um einen russischen Wissenschaftler handelte bot an den Ort des Kampfstoffes dem BND zu verraten bzw. eine Probe nach Deutschland zu bringen im Gegenzug für einen Aufenthaltsstatus.

Um nicht gegen eine Abmachung von 1954 zu verstoßen welche den Verbot der Herstellung von Kampfgase bzw. chemische Massenvernichtungswaffen vorsah, wurde die Probe des Nowitschok in einem Labor in Schweden analysiert.
Der BND und das Deutsche Verteidigungsministerium war zwar im Besitz der Formel des Kampfstoffes aber erhielt die Probe selbst nicht.

Wichtig ist folgende Passage aus der Zeit Online welche klar macht, was das für die Gegenwart bedeutet:
"Was aus der Probe wurde, ist unklar, die schwedische Regierung erklärte auf Anfrage, sie könne den Vorgang in der Kürze der Zeit nicht aufklären.
Auf Weisung von Kohl unterrichtete der BND einige seiner engsten Partner, darunter amerikanische und britische Geheimdienste. Später wurde eine Arbeitsgruppe aus fünf westlichen Geheimdiensten und dem BND eingesetzt, die alle Erkenntnisse zu Nowitschok zusammentrug. In einigen Nato-Ländern soll es auch zu der Produktion von winzigen Mengen des Giftes gekommen sein, um eigene Schutzausrüstung, Messgeräte und mögliche Gegenmittel zu testen. Um das gute Verhältnis zum damaligen russischen Präsidenten Boris Jelzin nicht zu belasten, entschied sich die Bundesregierung allerdings, die Existenz von Nowitschok nicht öffentlich zu machen."
 
-Zitat: "Zeit Online"  


Warum ist diese Story einen Blog wert?

Bisher ging man in den meisten Medien-Berichten davon aus, dass nur Russland Kenntniss über Nowitschok hätte.

Da nun sogar die Zeit Online offenbart , dass die Möglichkeit der Staaten welche wirklich das Giftgas Nowitschok in Großbritannien gegen Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter eingesetzt haben weit größer ist als nur Russland, also sogar die NATO-Staaten Mit-Wissen über den Kampfstoff besaßen (vor dem Attentat) stellt eine Beschuldigung gegen Russland als einzigen möglichen Schuldigen als unpräzise hin.

Da die NATO-Staaten Wissen über Nowitschok hatten (und da reicht bereits Zugiff auf die chemische Formel welche der BND hatte) dann könnten diese ebenso Giftgast hergestellt haben.
Womöglich sogar jenes welches gegen Sergej Skripal uns deine Tochter eingesetzt wurde.

Das heißt jetzt aber keineswegs, dass irgendeine Regierung ein Attentat mit diesem Kampfstoff angeordnet haben muss.


Quellen:

"BND beschaffte Nowitschok aus russischem Labor", 16.Mai 2018, zeit.de

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