Burka-Verbot in Österreich umsetzen möchte.
Die Presse berichtete am 18.08.2016:
Ein Verbot der Vollverschleierung "wird Teil unserer Überlegungen sein", so Kurz. Es gehe in Österreich weniger um die Burka als um den Niqab. "Aus meiner Sicht ist das ein Symbol einer Gegengesellschaft" und "kein religiöses Symbol".
-Sebastian Kurz zitiert von Die Presse
Wenige Tage darauf äußerte sich auch SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder hierzu:
"Ich habe keine Lust mehr, Dinge wie Burka und Niqab unter dem Deckmantel der liberalen, freien Gesellschaft zu verteidigen"
Er (Schieder) unterstütze "den politischen Wunsch" von Kurz und warte ab wie dieser den Verbot umsetzen wolle.
An sich mag dies als positiver Trend erscheinen.
Die Statements von Kurz und Schieder fand ich auf diepresse.com und wirtschaftsblatt.at ,doch auch der Kurier hat zu diesem Thema erst vor kurzen berichtet und zwar äußerst negativ.
Ich darf aus der "Kurier um 4:00" des 2.September 2016 zitieren.
Da ist unter anderem zu lesen wie Passanten befragt werden, etwa eine Frau in Niqab auf der Kärntner Straße und dann eine Zusammenfassung mit Zahlen und Gegenüberstellung dieser zu Kurz(ÖVP) Vorgangsweise.
"[...]
'Das ist unsere Religion, unsere Tradition. Bitte respektiert das', sagt die Frau, die zu ihrem Niqab eine modische Brille trägt.
[...]
Touristinnen betroffen
Rund 200.000 Touristen aus dem arabischen Raum kommen jedes Jahr nach Wien.
Den Jubel über die jährliche Zuwachsraten im zweistelligen Prozentbereich trübten zuletzt Forderungen von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) und einem Burka- und Niqab-Verbot.
Denn ein solches würde mehrheitlich Touristinnen betreffen - in Österreich gehen Schätzungen von bis zu 150 Frauen aus, die einen Niqab tragen. [...]"
-Kurier um 4:00 vom 02.09.2016 (kursiv markiert)
Nun kann ich gewisse Aussagen und Interpretationen welcher der Artikel weckt nicht so einfach stehen lassen.
1.) Es wird der Eindruck erweckt, dass in Österreich Personen gewisser Religionen sich dem Staat beugen müssen und unterdrückt werden
2.)Es wird der Eindruck erweckt, dass österreichische Frauen in arabischen/streng-islamischen Ländern niemals nicht gezwungen sich den Gesetzmäßigkeiten dieser Staaten zu unterwerfen.
Natürlich könnte man noch einige anderen Punkte rausinterpretieren und gegenüberstellen wie es wirklich ist und was Zahlen belegen.
Diese Punkte tun aber nichts zur Sache, denn wirklich wichtig sind die Fragen ob Österreich intolerant handeln würde wenn so ein Verbot käme.
Und ob Frauen aus Österreich/Europa gastfreundlicher im arabischen/islamischen Ausland behandelt werden als jene Frauen von dort in Österreich.
Ich habe hierzu Recherchen angestellt.
Und darf in 2 Fällen mich auf Medienberichte berufen und einem Fall (ausnahmsweise) auf eine Bloggerin die Reisen unternimmt und Tipps und Reiseberichte zu Ländern veröffentlicht.
Zu erst wie es 2 Frauen aus Europa in arabischen Ländern widerfahren ist:
Quellen:
Bei beiden Staaten handelt es sich um Vergehen an europäischen Frauen in der Stadt Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in beiden Fällen mussten die Frauen ins Gefängnis obwohl diese die Opfer waren.
Verwaltigungs-Opfer: Marte Dalelv (Norwegen):
Auf Spiegel Online gibt es einen Artikel aus dem Jahr 2013 mit Interview wo man sieht wie schlimm es einem als Frau ergehen kann wenn man im Ausland sich juristisch gegen Verbrechen zur wehr setzt:
Nur knapp war die Norwegerin zuvor einer 16-monatigen Haftstrafe entgangen. Dalelv hatte einen Mann wegen Vergewaltigung angezeigt - und wurde schließlich von einem Gericht in Dubai selbst verurteilt. Weltweit hatte der Fall Empörung ausgelöst; ungewöhnlich deutlich schaltete sich auch die norwegische Regierung ein. Am Ende wurde die Haftstrafe fallengelassen
Es folgt ein Auszug aus einem Interview:
Dalelv: Er war natürlich bei Prozessterminen dabei. Aber gesprochen habe ich mit ihm seither kein Wort. Er wurde ja auch verurteilt, zu 13 Monaten Haft. Und später begnadigt, so wie ich.
SPIEGEL ONLINE: Wann sind Sie eigentlich damals zur Polizei gegangen? Gleich nach der Tat?
Dalelv: Ja. Ich wurde ja sozusagen von der Vergewaltigung geweckt. Danach war jemand an der Zimmertür, es klopfte, der Kollege stand auf - und ich bin einfach nur noch losgerannt, runter zur Rezeption. Ich habe denen gesagt: Ruft die Polizei!
-Spiegel.de (kursiv markiert)
Verwaltigungs-Opfer: 29-Jährige Österreicherin
Anfang 2014 berichtete Spiegel auch über einen Übergriff auf eine Österreicherin in den Vereinigten Arabischen Emiraten:
Demnach lernte die Touristin aus Wien in der Bar eines Fünf-Sterne-Hotels einen Mann aus dem Jemen kennen. Dieser bot ihr an, sie zu einer Party mitzunehmen.
Kaum aber habe sich die Österreicherin in seinen Wagen gesetzt, habe der Mann die Türen versperrt und sie vergewaltigt. Die Frau habe um Hilfe geschrien, ihre Rufe seien durch die geschlossenen Fenster des Wagens aber kaum nach außen gedrungen.
Als der Mann später die Türen entriegelte, flüchtete die Österreicherin laut "Gulf News" aus dem Auto und rannte zu einer Gruppe von Passanten, sie riefen die Polizei.
Der beschuldigte Jemenit stritt alle Vorwürfe ab. Es habe sich um einvernehmlichen Sex gehandelt, die Österreicherin habe sogar Geld von ihm dafür bekommen. Daraufhin beschlagnahmte die Polizei den Pass der 29-Jährigen und leitete Untersuchungen gegen sie ein.
"Wenn es keine Vergewaltigung gewesen sein sollte, fällt der Vorfall in den Vereinigten Arabischen Emiraten unter das Strafrecht", sagte ein Sprecher des österreichischen Außenministeriums zu SPIEGEL ONLINE.
"Einvernehmlicher außerehelicher Geschlechtsverkehr ist dort mit einer Strafe von mindestens einem Jahr bedroht." Zudem werde gegen die Wienerin wegen des Trinkens von Alkohol ermittelt. Hier sehe das Gesetz zwischen einem und sechs Monaten Haft vor.
-Spiegel.de (kursiv markiert)
Ob die Geschichte mit der Österreicherin die nicht namentlich genannt wird in Dubai ebenso mit einer Begnadigung endete habe ich nicht recherchiert ist aber auch nicht von Relevanz für diesen Artikel (es bleibt aber jedem überlassen selbst nachzuforschen).
Was diese beiden Geschichten aber wirklich gemeinsam haben ist, dass es als Frau in einem Staat mit dem Islam als offizielle Religion vorsichtig sein muss, denn der Staat kann bei der Rechtsauslegung Unterscheidungen machen die nach europäischen oder besser gesagt österreichischen Recht unverständlich sind und wie man klar sieht juristisch gesehene Opfer als Verbrecher brandmarken können.
Das Trinken von Alkohol allein ist beispielweise in Österreich nicht strafbar, in anderen Staaten reicht dies aber bereits aus um ein Verfahren einzuleiten.
Aber natürlich habe ich nicht vergessen den Highlight dieses Postings noch zu erwähnen, nämlich die Verhaltensregeln für bestimmte arabische Staaten:
Tipps für die Straßenbekleidung in arabischen Ländern
Die Bloggerin "world-whisperer" nennt in einem Eintrag die wichtigsten Tipps für den Urlaub in arabischen Ländern.
Besonders wichtig erscheint mir gleich der erste Punkt (worauf ich es auch schon belasse, wer will kann unter dem Link in den Quellenangaben alles nachlesen):
Was trage ich als Tourist auf der Straße?
Oman, Emirate, Bahrain
Ein Stadtspaziergang steht an, was ziehe ich an? Wichtig ist hier, dass die Knie sowie die Schultern bedeckt sind. Diese Länder, allen voran aber die Emirate Dubai und Abu Dhabi sind sehr offen gegenüber der westlichen Kultur. Hier trefft ihr auch häufiger auf Frauen und Männer in kürzeren Hosen oder Spagettiträger Tops. Dafür kommt also auch niemand ins Gefängnis. Gegenüber der Religion und der Kultur empfehle ich jedoch zumindest die Schultern und die Knie bedeckt zu halten.
Ägypten
Auch in Ägypten sind Touristen mit kurzen Hosen und T-Shirts kein Fremdwort. Vor allem an den Haupt-Sehenswürdigkeiten seid als als typische Touristen nicht alleine.
Allerdings sind die Ägypter etwas konservativer als die bisher genannten Länder. Somit empfehle ich euch eine lange Hose, ein T-Shirt und vielleicht noch zusätzlich einen Schal um die Schultern.
Saudi Arabien
Das konservativste Land aller arabischer Länder verlangt von allen Frauen in der Öffentlichkeit komplett verschleiert zu laufen. Somit ist es hier angebracht als Tourist eine lange Hose, ein langärmeliges Shirt und ein Kopftuch zu tragen.
-world-whisperer.com (kursiv markiert)
In Saudi-Arabien müssen Frauen lange Hose, langärmliges Kleid und Kopftuch tragen.
Also öffentlich vollverschleiert.
Da haben wir es also, Saudi-Arabien als Staat schreibt vor:
Ganz egal ob nur eine Österreicherin oder Millionen in Saudi-Arabien Urlaub machen, jede muss sich den Gesetz und der Kultur dort anpassen.
Auf Traditionen (also wie Frauen aus Österreich, Norwegen etc. normalerweise auf der Straße herumgehen dürfen) oder Religionen von Gästen wird in Saudi-Arabien gänzlich gepfiffen.
Und die Vereinigten Arabischen Emirate liefern sogar ausreichend Gründe wieso man seinen Flug in so ein Land als Europäer lieber doch nicht buchen sollte (vorausgesetzt man ist eine Frau).
Deshalb wäre es ebenso kein Problem wenn man mich fragt, wenn unser Staat Burka und Niqab verbietet, immerhin müssen unsere Touristinnen uns ebenfalls im Ausland anpassen gesetzlich wie auch im Verhalten und Kleidungsstil!
Quellen:
"Kurz findet Gehör für sein geplantes Burka-Verbot", wirtschaftsblatt.at, 20.08.2016
"Kurz will verpflichtende Ein-Euro-Jobs für Asylberechtigte", diepresse.com, 18.08.2016
Kurier um 4:00, 02.09.2016, Seite 6, "Kritik an Schleier-Verbot"
"Mutmaßliche Vergewaltigung in Dubai: "Eine Hochzeit würde den Strafrahmen mildern", spiegel.de, 21.01.2014
Begnadigte Norwegerin in Dubai: "Ich habe um mein Leben gekämpft", spiegel.de, 25.07.2013
"Arabische Länder – Ein paar Regeln", world-whisperer.com, 22.April 2015
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