Samstag, 27. Februar 2016

Vollbeschäftigung eine Illusion!



Heute möchte ich noch anlässlich des Monatsendes mit dem Mythos Vollbeschäftigung aufräumen.


Wikipedia sagt hierzu:
"In Österreich gilt eine Arbeitslosenquote von unter 3,5 % als Vollbeschäftigung."

Soll also heißen, anders als man vielleicht glauben würde, sind nicht 0 oder nahe an 0% Arbeitslosigkeit was man als Vollbeschäftigung bezeichnen würde.




Wie dem auch sei, Die Presse hat, wie ich bei einer Recherche nach einem neuen Artikel rausfand, genau das, was ich brauchte, perfekt in einer Grafik simuliert.


Das Verhältnis der offenen Stellen zu arbeitslosgemeldeten Personen in Österreich:


Quelle: Diepresse.com (vergrößern),  Zur Quelle




























































Quelle dieser Zahlen soll die Statistik Austria sein.
Diese wirklich hervorragende Grafik der Presse (ich hoffe, sie wurde von der Presse erstellt, sollte ich rausfinden, dass der Urheber ein anderer war, werde ich nachträglich unter "Update" in diesem Artikel darauf hinweisen) erklärt eigentlich perfekt, wieso gewisse Werbe-Sprüche ala Wirtschaftskammer-Präsident "Jeder der arbeiten will, findet eine Arbeit" (O-Ton Christoph Leitl(WKO-Präsident, ÖVP) einfach nur bullshit ist.




Im gesamten Jahr 2011 betrug die Differenz der arbeitslos gemeldeten Personen (durchschnittlich 246.000 im gesamten Jahr) zu denn offene Stellen (durchschnittlich 73.800 im gesamten Jahr) genau 172.200. Soll also heißen es gab um über 170.000 Jobs zu wenig, dass man keinen einzigen Arbeitslosen haben hätte, können.




Das ist eigentlich beachtlich, wenn man bedenkt, dass das ca. 10% der Bevölkerung Wiens entsprechen, würde hochgerechnet auf ganz Österreich.




Im letzten Jahr also 2015 klaffte das Verhältnis zwischen Arbeitslosen und offenen Stellen allerdings in Österreich weit stärker auseinander.
354.332 arbeitslos gemeldete Personen standen 66.600 offenen Stellen gegenüber.
Ein Verhältnis von fast 1:5 (verglichen mit 2011, wo dieses nur 1:3 war).
80% der Arbeitslosen hätten also leer ausgehen müssen, selbst wenn jeder dieser auch für jede ausgeschriebene Stellung geeignet gewesen wäre.
Entsprechend hoch war auch die Differenz von 287.732.






Was sagen diese Zahlen aber wirklich aus?




  • Erstens Vollbeschäftigung ist eine Illusion (selbst jene Statistische von 3,5%).
  • Zweitens, nicht jeder der arbeiten will, findet eine Arbeit (leider wird es ähnlich Supermarkt-Prinzip  durch Angebot und Nachfrage geregelt).
  • Drittens: Selbst wenn die momentane SPÖ-ÖVP Bundesregierung (oder die Nachfolge-Regierung ab 2018) eine "Vollbeschäftigung" von 3,5% anstreben, würde wäre bei momentanem Stand SEHR VIEL MEHR Nachholbedarf angebracht:

Im Jahr 2015 wären genau 341.931 offene Stellen nötig gewesen für eine statistische Vollbeschäftigung in Anbetracht von durchschnittlich über 354.000 arbeitslos gemeldeten Österreichern.




Im gesamten Jahr 2015 existieren also nicht einmal 19% des Vorrats an Jobs um zumindest eine theoretische Vollbeschäftigung erreichen (Berechnung: Relation zwischen offene Stellen 66.600 zu theoretisch nötigen offenen Stellen 341.931) zu können.





Den Arbeitslosen Österreichern bleibt aber immer noch die Hoffnung, dass einem Bundespräsidenten Rudolf Hundstorfer durch die SPÖ-interne Job-Rochade ein engagierterer Minister folgt (oder mal eine Sozialministerin wieder, warum nicht?).




Quellen:
Wikipedia: Vollbeschäftigung, de.wikipedia.org, letzter Zugriff: 27.02.2016
"Arbeitsmarkt: Wo es noch offene Stellen gibt", diepresse.com, 05.02.2016







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