Donnerstag, 1. Oktober 2015

Metaller-Gewerkschafter drohen mit Ultimatum / BHB reformieren wir die Kollektivverträge!

Wie Die Presse vom 29.09.2015 berichtet, haben die Gewerkschaftsvertreter der Sparte Maschinen- und Metallwarenindustrie(FFMI) in den Verhandlungen des neuen Kollektivvertrags ein Ultimatum gestellt.

Weiters ist zu lesen:
"Traditionell eröffnen die sechs Metallindustrieverbände die Herbstlohnrunde, ihre Abschlüsse gelten als richtungsweisend für andere Branchen. Der aktuelle Kollektivvertrag für die 120.000 Beschäftigten der Maschinen- und Metallwarenindustrie läuft bis Ende Oktober. Gibt es keine Einigung bei den jetzigen, unterbrochenen, Verhandlungen, dann bedeutet dies laut Gewerkschaften einen Einkommensverlust für die Beschäftigten, weil ihnen dann die Inflation nicht abgegolten wird. Knill sprach heute von einer "Panikmache", schließlich könnten die Erhöhungen auch rückwirkend mit 1. November gelten, sofern man sich darauf einige."

Der Blogger Benjamin Heinrich stellt folgende Forderung:

Warum nehmen wir nicht eine Reform der Kollektivverträge vor (laut ÖGB existieren 859 verschiedene Kollektivverträge), und führen einen einzigen Kollektivvertrag für alle ein, jenen der Metaller?

Der Status quo erlaubt es, dass IT-Mitarbeiter in einer Rechtsanwaltskanzlei, im Handel, in der IT bzw. als Metaller (und den anderen 855 Verträgen) ganz unterschiedliche Gehälter beziehen!
Das ist kein Märchen, sondern Tatsache!

So kann natürlich auch eine Reinigungskraft, mit Metaller KV im Vergleich zu einer Reinigungskraft mit Handels KV für haargenau dieselbe Tätigkeit bis zu 400€ mehr bezahlt kriegen.
Es ist also ganz egal, welche Position jemand hat, der KV macht einen gewichtigen Unterschied!

Schaut Gerechtigkeit so aus?
Ich denke nicht.

Bevor wir also eine 6.Urlaubs-Woche oder besser noch eine 7.te und 8.te einführen (dann werden aber kaum noch Leute Lehrkräfte werden wollen): 
Wandeln wir am besten alle 858 Kollektivverträge sofort in einen einzigen, den höchstdotierten KV um!
Ich sehe nämlich nicht ein, warum man für ein und dieselbe Tätigkeit, bei selber Unternehmensgröße und bei selben Aufwand weniger verdienen sollte als jemand anderer, nur aufgrund eines Kollektivvertrags!
Eine Lohnerhöhung für alle Branchen wäre viel gerechter als das momentane Szenario.

Aber mir ist natürlich klar, dass Herr und Frau Politiker angesichts 2,2% Inflation für das Jahr 2016 "von oben" entscheiden müssen, welche Branchen es wert sind mehr Gehalt zu verdienen und welche hungern, bzw. sich verschulden sollen.
Inflation bedeutet ja nicht nur, dass das Geld an Wert verliert, sondern de facto auch alle Preise steigen werden.

Oft sprechen Politiker von Leistung, und wie wichtig sie sei, man merkt, es ist scheinbar nur wichtig, was man für einen Vertrag hat, und nicht ob man fleißig ist, sonst würde dies auch gehaltsmäßig honoriert werden.


Quellen:
"Kollektivvertrag", oegb.at
"Metaller-KV: Gewerkschaften stellen Ultimatum bis Freitag", diepresse.com, 29.09.2015
"Kalte Progression frisst Gehaltserhöhung 2016", karrierenews.diepresse.com, 30.09.2015
Wikipedia "Inflation"

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