in Wien gewählt wird (in Wahrheit bestimmen wir nur, wie die Mandate verteilt werden, der Bürgermeister wird von den Vertretern gewählt, aber ich schätze, das wussten Sie ja schon).
Wichtig ist mir nur das Thema der Arbeitslosigkeit/Beschäftigung vielleicht kann man das ja am Blog ableiten.
Ich entnehme von keiner der 8 flächendeckend antretenden Parteien glaubhafte Konzepte, eine nachhaltige Sicherung vorhandener Arbeitsplätze, der Schaffung ausreichend neuer für alle Branchen und die entgegen des Mainstreams auch ein Veto zur Lüge des Fachkräftemangels (wie er beispielsweise in der IT-Branche existiert).
Bislang kommen ÖVP und FPÖ ("Gerechtes Einkommen zum Auskommen" ,"Bürokratieabbau und Senkung der Lohnnebenkosten") wohl noch programmatisch am ehesten infrage.
Wohl hat die FPÖ erstens verkündet gar nicht bei der Stadt Wien seiner Mitarbeiter einzusparen, und die viel zitierte Senkung von Lohnnebenkosten ist eine Angelegenheit, die nur im Bund geregelt werden kann, auch wenn FPÖ, ÖVP, Neos immer wieder unisono davon sprechen und eigentlich hauptsächlich die U-Bahn-Steuer für Unternehmer meinen.
"Der FPÖ-Chef gibt den Mitarbeitern der Stadt Wien und seiner Betriebe eine Beschäftigungs-Garantie. Davon können die 119.060 arbeitslosen Wiener und die Beschäftigten in der Privatwirtschaft nur träumen. Sie dürfen lediglich die Zeche der Rot/Blauen-Versprechen bezahlen."
-Wirtschaftsblatt 04.08.2015
Die ÖVP Wien forderte unter anderem
"8.000 zusätzliche Jobs durch Start ups in Wien", "1.500 Jobs durch Lohnnebenkosten-befreiung für den ersten Mitarbeiter" und "500 durch Ausbau des Glasfasernetzes Wien auf 100 Prozent"
Ob allerdings einfach so versprochen werden kann, dass sich 8000 Unternehmen wie vom Blitz getroffen gründen, kann keiner vorher behaupten, außerdem wäre es bei den 25.000 Jobs interessant gewesen den Zeitraum zu erfahren in welchen die ÖVP mit Mafred Juraczka anstrebt diese zu schaffen.
5 Jahre nehme ich einmal an.
Nur weil Herr Juraczka, diese Konzepte in Kooperation mit WKO-Präsident Ruck erarbeitete ist dies noch lange kein Zeugnis für Kompetenz der WKO-Spitzen, wenn man weiß, dass Ruck und Leitl selbst ÖVP Mitglieder sind und die Wirtschaftskammer ist nun einmal Teil dieses Schattenkabinetts und will auch für 70.000 Asylwerber Lehrplätze schaffen.
Man fragt sich, warum das bei den Inländern nicht so rasch auf die Tube gedrückt wurde bisher.
Hier etwa auf dem Andreas Unterberger Blog vom 13.09.2015 noch einmal erwähnt:
WKO-Chef Leitl etwa hat gemeint, dass Österreich die 70.000 Asylanten, die allein im heurigen Jahr mindestens in Österreich bleiben wollen, im Arbeitsmarkt unterbringen kann.Zitat: www.andreas-unterberger.at ,18.09.2015
Als Teil dieses Schattenkabinetts hätte die WKO freilich längst in der Bundesregierung passende Impulse setzen müssen!
Der Ausbau des Glasfasernetzes scheint auf den erden Blick eine gute Idee, allerdings wird momentan ein starker Trend zum mobilen Internet zu verfolgen (USB-Modem).
Die 2 kritischen Faktoren, die aber sicher für mich am größten gewichten dürfte, sind zwei wesentliche Tatsachen:
,dass unter einer SPÖ und ÖVP geführte Bundesregierung lediglich 3,2% neue Vollzeit-Positionen zwischen 2005 und 2012 entstanden sind, im selben Zeitraum allerdings +25% Teilzeit-Positionen.
, dass ÖVP-Chef Mitterlehner TTIP unterzeichnen will, was an die 1,3 Millionen Jobs in Europa vernichten kann.
Wohl aber was alles andere überschattet, habe ich von keiner einzigen Partei bei dieser Gemeinderatswahl/Landtagswahl in Wien wenigstens die Aufforderung entnommen sich im Bund dafür einzusetzen den einen strengeren Kündigungsschutz für die Jungen, wie etwa in Deutschland einzuführen.
Stattdessen hat man in Österreich bereits Leute gefeuert, welche gegen das Verhetzungsgesetz verstoßen haben, darunter auch ein Lehrling bei einem Automobilkonzern.
Natürlich ist dies nicht für Wien relevant, aber ich würde ungern hören, dass eines Tages eine Jugendarbeitslosigkeit von 25% oder mehr in Wien herrscht.
Bei 13,72% in ganz Österreich sind wir bei der Jugendarbeitslosigkeit jedenfalls schon angelangt (September 2015).
Es läuft also alles schief, was nur schief laufen kann am Arbeitsmarkt und die Politik trägt kräftig dazu bei.
Wien ist ja die Bundeshauptstadt, es ist also davon auszugehen, dass sich nichts ändern wird, solange Tabula-Rasa hier in der Bürokratie gemacht wird.
Als Wiener trägt manm finde ich eine Verantwortung, für Missstände, die Österreich betreffen.
Soll also keiner behaupten, ich wüsste nicht, warum ich am Wahltag eine ungültige Stimme abgebe in der Bundeshauptstadt, dieses eine Mal.
Quellen:
"Wien wählt: Sichere Arbeitsplätze und soziale Wärme statt Verdrängung und Lohndumping", fpoe.at
"25.000 neue Jobs für Wien", oevp-wien.at
"Mobilfunker zeigen, wo in Österreich LTE verfügbar ist", 08.06.2015, derstandard.at
Arbeitslosigkeit September 2015, ams.at
Meinl-Reisinger: "Ich will keine Gehälterdiskussion, 11.09.2015, derstandard.at
"Was bringen, was kosten die Asylanten?", 18.09.2015, andreas-unterberger.at
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