Donnerstag, 20. Februar 2014

Wieso das BZÖ zur Nationalratswahl 2013 an sich selbst scheiterte

Eigentlich wäre dieses Thema recht unbedeutend, und es gäbe womöglich viel Wichtigeres.
Aber meine Devise als Blogger ist eben, nicht dem Mainstream zufolgen (um Themen wie Hypo, beißende Hunde ,MAHÜ kümmern sich schon Boulevardzeitungen).


Nun denn, ich will mal chronologisch vorgehen.
In der Printausgabe "Die Presse" erschien ein Artikel unter dem Titel
"Josef Bucher bietet Neos Kooperation mit dem BZÖ an" am 18.September 2013 , es folgt ein Auszug:



Er habe, sagt BZÖ-Chef Josef Bucher, mit den Neos ja schon Gespräche geführt. Auch mit Hans-Peter Haselsteiner, deren Finanzier, habe er verhandelt, bevor die Neos beschlossen, als eigenständige Partei anzutreten. Gescheitert seien die Gespräche daran, dass er, Bucher, sich von umstrittenen BZÖ-Exponenten wie Ewald Stadler oder Peter Westenthaler trennen hätte müssen. Dazu sei er damals nicht bereit gewesen.

Nun sei es aber an der Zeit, das liberale Lager zu einen, findet Bucher im „Presse"-Gespräch. Und er bietet den Neos eine Kooperation an - allerdings erst nach den Wahlen. Eine gemeinsame Plattform, „um die liberalen Kräfte zu bündeln", so Bucher. „Für die Neos ist es schwierig bis aussichtslos in den Nationalrat zu kommen. Daher ist das auch ein Angebot an potenzielle Neos-Wähler, jetzt uns zu wählen." Nach Bildung einer solchen Plattform könnte man dann bei künftigen Wahlen - wie den EU-Wahlen im Mai 2014 - schon unter gemeinsamer Flagge antreten .


Und was sagt Neos-Chef Mathias Strolz dazu? „Wir sind zwar ebenfalls für eine Bündelung liberaler Kräfte, aber das ist doch eher eine wahltaktische Mogelpackung. Und als solche weise ich das Angebot auch zurück." Nachsatz: „Aber ich treffe mich mit Josef Bucher nach der Wahl gern auf einen Kaffee - er wird viel Zeit haben."

Meiner Meinung nach traurig genug, dass momentan die NEOS in Umfragen für die EU-Wahl angeblich bei 12% liegen, während das BZÖ erst einmal 2600 Unterschriften sammeln muss um überhaupt anzutreten (fraglich ob ihr das gelingt=>gerade beim immensen Desinteresse vieler Wähler an Europawahlen, 2009 gingen gerade Mal 46% an die Urne).


Einen Tag nach der Wahl kam es durch Stefan Petzner(damals noch BZÖ-Politiker) zu einer Reaktion, die retrospektiv gesehen mehr suspekt als seriös war.

30.09.2013:


Gemeinsam mit dem orangen Europaabgeordneten Stadler habe er Bucher schon Ende August knapp vor der Erstellung der Bundesliste gewarnt, "dass die Strategie und Kampagnenführung zum Scheitern verurteilt ist", so Petzner: "Sie haben alle Warnungen ignoriert und die Linie durchgezogen, mit dem Ergebnis dass 173.000 Wähler laut Wählerstromanalyse zur FPÖ zurückgegangen sind." Bucher habe auf altgediente BZÖ-Leute verzichtet und versucht, ein "völlig neues BZÖ zu erfinden und es in das liberale Eck zu drücken". Damit habe man aber die Kernwählerschaft vergrault und im liberalen Eck, so Petzner, seien mit den NEOS neue Konkurrenten aufgetaucht. "Mich ärgert das wirklich", so der stellvertretende Klubobmann.

Besonders kreidet er Bucher auch an, dass er NEOS eine Kooperation angeboten hat. "Die Fehler wären nicht nötig gewesen", so Petzner.


An sich könnte man als kritischer Konservativer dies ja nur unterzeichnen.
"Könnte".

Denn am 18.Februar 2014 fand sich auf Twitter wem der einstige BZÖ-Politiker Stefan Petzner wirklich näher ist:



Nichts für ungut Herr Petzner, aber für mich erscheint ihr Auftritt vom 30.09.2013 wie eine schlecht inszenierte Tragikomödie, denn wenn Sie Bucher angeblich vor der Wahl schon warnten, wieso trauten sie sich damals nicht an die Medien?

Oder war das Ganze vorher abgesprochen?
Wie dem auch sei, das BZÖ ist an sich selbst gescheitert.

Denn wenn jemand nachher ein Problem damit hat, dass seine Partei ins "Liberale Eck gedrängt wurde", jedoch wenige Monate später, selbst für die Linksliberalen den Hypo-Dokumentelieferant spielt, dann kann man wohl nicht ernsthaft erwarten, dass Josef Bucher die Alleinschuld für das grandiose Scheitern des BZÖ trägt.
Auch Herr Petzner trägt die Schuld dafür, dass man die Orangen wie die NEOS als Linksliberale Partei verkaufen wollte.
Aufgeregt hat sich der werte Herr Petzner nur,  weil er gescheitert ist, hätte er einen Erfolg gehabt, wäre er still geblieben, dass wissen die Leser nun.
Zum Glück gibt es noch Wahlen, wo man den Liberalen (NEOS, BZÖ) eine heftige Abfuhr erteilen kann.
Herr Bucher und Petzner waren in Wahrheit die Hebammen für die NEOS muss man leider nun einsehen!

Die Äußerung Ewald Stadler kann ich voll und ganz nachvollziehen, wenn ich Obiges bedenke:

"Ich habe den liberalen Kurs noch nie vertreten. Ich halte den Liberalismus für eine geistige Immunschwäche."

(Ewald Stadler in einem Interview vom 30.September 2013)

P.S.: Angesichts der Tatsache, dass man momentan im Zuge der "Gotcha/Wehrsportübungs"-Fotos von HC Strache eine Anklage gegen MEP Mag. Ewald Stadler dem Spitzenkandidaten der REKOS (Die Reformkonservativen) zur Europawahl 2014, nicht bloß zu Gericht zwingt (obwohl Stadler am 24.02.2014 einen Sitzungstermin=>also Arbeitstag im Europaparlament hätte) sondern auch die FPÖ versucht zu diffamieren, werden FPÖ und REKOS bei dieser Wahl für eine Überraschung sorgen!

Quellen:

Twitter "stefan_petzner" (Grafik)

"Josef Bucher bietet Neos Kooperation mit dem BZÖ an", diepresse.com, 17.09.2013

"BZÖ-Fiasko: Petzner rechnet mit Bucher ab", oe24.at, 30.09.2013

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