Donnerstag, 11. Mai 2017

Grundloses Kündigen verbieten!

Trotz der eher ideologisch linken Beheimatung einer solchen Aussage kann ich dieser etwas Positives abgewinnen.

Es sollte ein Kündigungsverbot für Arbeitgeber und Arbeitnehmer geben.
Und zwar so, dass es unmöglich wird, die Zusammenarbeit im Probemonat ohne Begründung zu lösen.

Was steckt hinter dieser Idee?

Das Arbeitsmarkt Service verlangt manchmal Kenntnis darüber, wieso es zu einer Kündigung kam.
Nicht unbedingt bei Personen, die das erste Mal dort angemeldet sind, aber zumindest bei jenen, die vorher dort waren(vor der letzten Tätigkeit).



Im Jahr 2014 wurde ich zu einem solchen Fall (Kündigung im Probemonat) kurz gefragt.
Ob ich einen Kommentar abgeben wolle.
Mir wurde gesagt, dass ein sogenannter "Kommentar" optional wäre. Aber: "In den Bundesländern fragt man dies oft".
Hintergrund dürfte sein, dass Fälle bekannt seien, wo Mitarbeiter innerhalb des Probemonats absichtlich einen Job kündigten oder gar sich so verhielten, dass eine Kündigung seitens deren Vorgesetzten unumgänglich war.

Nun bin ich der Meinung, dass in viel zu vielen Fällen Lappalien als Kündigungsgründe herhalten müssen. Aber wie ohnehin bekannt können im Probemonat beide Seiten (Arbeitnehmer und Arbeitgeber) die Zusammenarbeit bis zum letzten Tag des ersten Arbeitsmonats ohne Benennung eines Grundes jederzeit lösen.

Im Extremfall bedeutet es natürlich, dass der/die Vorgesetzte einen "einfach so" kündigen kann, und der Mitarbeiter "einfach so" gehen kann. Keiner von beiden erfährt das wahre Motiv für eine Entlassung/Kündigung.

Blöd ist dies auf jeden Fall für den Arbeitnehmer, denn dieser bekommt zwar einen Zettel vom Versicherungsträger(Übersicht darüber, dass man bei der Firma sozialversichert war sowie andere Details) wo auch ein Kündigungsgrund genannt werden kann.
Oft steht da aber einfach nur "Kündigung nach Zeitablauf" (was natürlich ebenfalls legitim ist aber keinesfalls als Beweis herhalten kann ob der Arbeitnehmer freiwillig oder unfreiwillig gegangen ist).

In meinem Fall zum Jahr 2014 war die Kündigung unfreiwillig.
Gerne gebe ich zu, dass ich die Zeit danach natürlich etwas genossen habe (also als ich nicht arbeitete).
Aber ich kann auch nicht sagen, dass ich über die Kündigung sehr froh war.
Die mit aufgetragene Arbeit gefiel mir, war neuartig und interessant, ich fühlte mich nicht überfordert.
Doch sollte diese nur kurz dauern.
Eine brauchbare Begründung, die ich dem Arbeitsmarkt Service nennen hätte, können bekam ich nicht.
Ein anderes Mal, das war im Jahr 2010, wurde ich auch im Probemonat gekündigt. Am allerletzten Tag sogar. Damals war ich aber noch nie beim AMS gemeldet gewesen. Und es wäre mir auch nicht möglich gewesen. Dennoch hat es mich sehr geärgert nur eine nichtssagende Erklärung bekommen zu haben, die mir keineswegs half beruflich bessere Entscheidungen treffen zu können, oder meine Stärken und Schwächen für die Arbeitswelt besser zu identifizieren.
Ganz im Gegenteil brauchte ich in der Folge über 1 Jahr nach dieser ersten Schande, bis mich überhaupt jemand wieder anstellte.

Da hier das Thema "Verbot grundloser Kündigung" ist, will ich aber auch klar betonen:
Auch der Arbeitnehmer sollte nicht die Möglichkeit besitzen dürfen, ohne Angabe von einem Grund die Zusammenarbeit im Probemonat "einfach so" zu lösen.
Es sollte ein Verbot der Kündigung im Probemonat geben (ohne Angabe von Gründen) und wenn sich eine Person nicht daran hält, sollte dies auf jeden Fall zu Konsequenzen derjenigen Person führen.

Letztes Jahr forderte ich unter anderem, dass man Langzeitarbeitslose bei der Besetzung von Jobs bevorzugen müsste (allerdings auch gesetzlich verankert -nicht freiwillig).
Damals habe ich auch eine sogenannte Geldstrafe genannt.
Dies wäre in jenem Fall ebenfalls eine mögliche Option als Konsequenz.
Wie genau die Konsequenz für diesen Vorschlag aussehen sollte, müsste diskutiert werden, wenn denn ein Vorschlag wie dieser (Verbot grundloser Kündigung im Probemonat) je tagespolitische Relevanz erreicht.

Es wäre z.B.: schwer zu erklären wieso etwa eine Firma "nur" 50€ Strafe zahlen muss, weil man dort lieber wem anderen anstellen will und jemand der keinen "Bock  auf  "diese" Arbeit hat ebenso 50€ Strafe zahlen muss.

Es ergeben sich auch Grauzonen z. B.:  Wenn eine Kollektivvertragsanpassung seitens Arbeitgeber nicht goutiert wird (etwa bei Anstellung über Leihfirma) und total berechtigte Hintergründe, etwa wenn ein Arbeitnehmer plötzlich doch einen besser bezahlten Job bekommt (oder das Unternehmen last Minute jemand "besseren").

Schwierig wäre es dann zu belegen, ob diese Informationen stimmen, und ich kann mir nur vorstellen dass da einiges an "Papierkram"(auch wenn die jeweiligen Nachweise digital vorgelegt werden könnten) zusammenkommt.
Es ist auch eine interessante Frage, wer oder was die Fakten auf wahrheitsgetreu nachprüft.
Eine Behörde, ein Amt?

Zudem müsste dann ermittelt werden, wieso jemand wirklich ohne berechtigten Grund kündigen wollte.
Und wie widersprüchlich dieser Teil auch sein mag: Am Ende würde jeder einfach irgendein Märchen auftischen, damit die Begründung wasserdicht ist auch wenn natürlich 50€ keineswegs wenig aber auch nicht eine sehr hohe Strafe ist (kommt auf die Perspektive an).

Ich sehe diese Idee als Denkanstoß, keineswegs muss die Umsetzung dann genauso aussehen, wie ich es hier beschreibe. Aber, es wäre schon mal ein Weg zu mehr Transparenz und Fairness am Arbeitsmarkt, wenn offen gelegt werden, müsste, wieso Personen die sich zu einer Zusammenarbeit entschließen, schon im ersten Monat "nicht mehr wollen".

Es würde vor allem weit mehr aussagen, als die aktuellen Arbeitslosenzahlen oder Mitarbeiterbefragungen in Unternehmen!
Eine schriftliche Begründung mit zum Beispiel vorgegebenen Möglichkeiten und weiterer Erklärung, wieso die Zusammenarbeit nicht funktioniert, (alternativ 2-3 Sätze) wären denke ich die notwendige Alternative zu einer möglichen Geldstrafe.

Je besser das Feedback umso besser kann man an den Lösungen der Arbeitsmarktprobleme arbeiten (zudem sollte es in den meisten Fällen kein Problem sein 2-3 Sätze zu nennen, wieso die Zusammenarbeit nun doch gelöst werden soll, wenn Firmen immerhin Inserate verfassen und Bewerber Anschreiben und Lebenslauf verschicken).

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