Samstag, 16. April 2016

Der Weg zum Job ist unbarmherzig steinig

Für manchen der auf Arbeitssuche ist, sowie einem Freund von mir, ist die Suche und das Finden einer Beschäftigung mehr eine Odyssee auf einem steinigen Weg.


Langzeitarbeitslos, unter 30, mit IT-Ausbildung im Schwerpunkt Internet und Medientechnik, hatte sich ein CompTIA A+ zertifizierter zu einem weiteren Bewerbungsgespräch gemacht.
Diesmal lautete die Job-Bezeichnung auf "AV-MedientechnikerIn".


Beim Bewerbungsgespräch wurde ihm u.a. die Frage gestellt, ob er sich zutraue in einer Situation wo ein Gerät in einem Hörsaal während einer Lesung/Schulung ausfällt zu gehen und das Problem zu lösen.
Mein Freund hat freilich zuerst nachgefragt, wie man sich ein solches Szenario genau vorstellen kann, statt locker vom Hocker ja zu sagen.
Falsche Entscheidung, und damit blieb ihm auch dieser Job verwehrt, der angesichts seiner Ausbildung sicher nicht inkompatibel war.


Was kann man als Außenstehender davon mitnehmen?
Eigentlich wenig, außer dass heutzutage immer mehr gefordert wird blindlings Ja zu sagen und sich alles zuzutrauen ohne Skepsis, Unsicherheit oder Schüchternheit.
Wir sind jedenfalls auf dem besten Wege zu einer Gesellschaft wo die schwachen unbarmherzig behandelt werden und als unnütze angesehen werden.
So beurteile ich das.
Es kann nämlich nicht angehen, dass man Langzeitarbeitslosen das Leben Extra schwer macht, in dem diesen Steine in den Weg stellt.




Macht man seitens der Arbeitgeber weiter sowie bisher (Studenten als Praktikanten sind super , über 639.000 Ausländer in Beschäftigung, Stand Juli 2015) weil Studenten und zuugewanderte Arbeitskräfte eben "billiger und besser sind" (zumindest am Beispiel der Ausländer habe ich in meiner Zeit als Praktikant ein solches Zitat von einem KMU-Geschäftsführer in einem Zweiaugengespräch vernommen, haben wir in Österreich wieder Zustände wie im Mittelalter.
Mit einer kleinen Oberschicht, einer wesentlich reduzierteren Mittelschicht(verglichen mit der gegenwärtigen Lage, wo die meisten Österreicher diese repräsentieren) und einer mehrheitlichen Unterschicht.




Ohne jetzt für die 438.000 Arbeitslosen von März 2016 sprechen zu wollen, kann ich mir dennoch nicht vorstellen, dass es im Interesse der 3.555.000 unselbstständigen Beschäftigen ist, dass diese auch in das Loch der Arbeitslosigkeit eines Tages fallen.


Ein erster Schritt wäre ein strengerer Kündigungsschutz für die Jugend, wie schon im August 2013 in diesem Blog thematisiert.


Auch die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten am Sonntag, wie vom Bundespräsidentschaftskandidaten Richard Lugner gefordert wäre ein Schritt in die richtige Richtung für mehr Arbeitsplätze und weniger Arbeitslose.


Quellen:


"Schon 438.600 Arbeitslose im März 2016", heute.at, 01.04.2016


"Lugner gegen TTIP und für Sonntagsöffnung", 11.April 2016, vorarlbergernachrichten.at


AMS "Übersicht über den Arbeitsmarkt", Stand März 2016

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